Betriebe erwarten Zunahme bei Rente mit 63

Münster – Die Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region erwarten eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels durch die „Rente mit 63“. Nach einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen rechnet die Hälfte der Betriebe damit, dass 2016 noch mehr Mitarbeiter als in diesem Jahr von der Möglichkeit Gebrauch machen werden, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Schon jetzt sagen 36 Prozent der Unternehmen, dass durch die „Rente mit 63“ zusätzliche Personalengpässe entstanden sind.

„Es sind vor allem gut ausgebildete Facharbeiter, die die Voraussetzungen für die ‚Rente mit 63‘ erfüllen und diese Möglichkeit nutzen“, beschreibt IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing die Auswirkungen der Mitte 2014 eingeführten Regelung. Nicht genug, dass insbesondere die Betriebe im Münsterland Schwierigkeiten hätten, ihre Ausbildungsplätze mit qualifizierten Bewerbern zu besetzen, so Schulte-Uebbing: „Jetzt droht den Betrieben politisch gewollt, dass noch mehr erfahrene Fachkräfte vorzeitig gehen.“

Bis zur neuen Rentenregelung sei die Politik mit Erfolg angetreten, die Zahl der älteren Erwerbstätigen zu erhöhen. Nur so lasse sich die demographische Lücke abfedern. „Dieser Ansatz verpufft mit der ‚Rente rückwärts‘“, kritisierte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Bereits jetzt fehlen den Unternehmen im Münsterland 13.000 Fachkräfte, darunter über 90 Prozent Absolventen einer beruflichen Ausbildung.

Quelle: LifePR