DFG verlängert größte bundesweite Längsschnittstudie zur Beziehungs- und Familienentwicklung in Deutschland

Das deutsche Beziehungs- und Familienpanel pairfam, das von Soziologen der Universität Bremen maßgeblich mitinitiiert wurde, geht in die nächste Runde: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im Dezember 2015 die Befragungswellen 9 und 10 von pairfam (Panel Analysis of Family Dynamics) bewilligt. Der Förderumfang für die Dauer von 24 Monaten liegt bei fünf Millionen Euro, davon entfallen rund 20 Prozent auf die Uni Bremen.

Pairfam wird gemeinsam von den Universitäten Bremen (Professor Johannes Huinink), Chemnitz (Professor Bernhard Nauck), Jena (Professor Franz Neyer), Köln (Professor Karsten Hank) und München (Professor Josef Brüderl, Professorin Sabine Walper) durchgeführt.

Bei den inhaltlichen Themen geht es um die Gründung, Etablierung, Gestaltung und Stabilität von Paarbeziehungen, die Entscheidung über das Ob und Wann der Geburt von Kindern und die hierauf einwirkenden individuellen und strukturellen Faktoren, die Beziehung zwischen den Generationen, zum Beispiel der Austausch materieller und immaterieller Leistungen, das Erziehungsverhalten und die kindliche Entwicklung sowie die soziale Einbettung von Partnerschafts- und Familienentwicklungsprozessen.

Die Befragungen finden im jährlichen Abstand statt. In der ersten Welle 2008 wurden über 12.000 Männer und Frauen in drei Altersgruppen (15-18, 25-27, 35-37 Jahre) und ihre jeweiligen Partner befragt. Ab der zweiten Welle wurden zusätzlich Eltern und Kinder in die Befragung einbezogen. Die achte Befragungswelle, die im Herbst 2015 ins Feld ging, steht kurz vor dem Abschluss. Insgesamt ist das Projekt auf 14 Jahre angelegt.

Die pairfam-Daten stehen der Fachöffentlichkeit für wissenschaftliche Analysen zur Verfügung und können über das GESIS-Institut bezogen werden. Die Zahl der registrierten Nutzer ist auf über 1.150 im Jahr 2015 angestiegen. Gut 160 davon kommen aus dem Ausland. Ein weiteres Indiz für die Bedeutung von pairfam ist, dass es mittlerweile knapp 140 Veröffentlichungen auf der Grundlage von pairfam Daten gibt, davon 54 in Zeitschriften, die im sogenannten Social Sciences Citation Index erfasst sind.

Quelle: Uni Bremen