Zwischen Tradition und Moderne

Brauer: Ausbildungsberuf hat nichts von seiner Faszination verloren

Der Umgang mit Naturprodukten und die Herstellung von Nahrungsmitteln – für Ulrich Lübken ist das viel mehr Berufung als nur Beruf, auch nach über 35 Jahren: „Zu sehen, wie man mit der eigenen Arbeit ein hochwertiges Lebensmittel produziert, ist immer wieder beeindruckend. Der Beruf des Brauers hat nichts von seiner Faszination verloren“, sagt der erfahrene Braumeister, der bei Bitburger als Ausbildungsleiter für die Fachkräfte von morgen verantwortlich ist. Gut ausgebildete Brauer sind gefragt – auch wenn sich die Tätigkeit in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt hat.

Anspruchsvolle Aufgaben

Mit Muskelkraft die Bottiche und Tanks reinigen, schwere Fässer und Schläuche wuchten, dabei ständig zwischen Hitze und Kälte wechseln: Die körperlichen Belastungen, die in der Brauerei früher zu meistern waren, sind weitestgehend passé. Stattdessen hat komplexe Technik Einzug gehalten, die Steuerung der Anlagen stellt für die Brauer und Mälzer von heute eine anspruchsvolle Aufgabe dar. „Und doch steht am Ende das Produkt, das geschmacklich und qualitativ überzeugen soll. Der Kern des Berufsbildes ist also unverändert geblieben“, so Ulrich Lübken. Brauer und Mälzer benötigten heute sehr großen Fachverstand, um den Brauprozess zu überwachen.

Bitburger-Braumeister Ulrich Lübken (rechts) im Gespräch mit einem Auszubildenden. Die Getränkeindustrie bietet vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen - Foto: Harald Tittel/funkbild - Quelle: djd/Bitburger.

Bitburger-Braumeister Ulrich Lübken (rechts) im Gespräch mit einem Auszubildenden. Die Getränkeindustrie bietet vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen – Foto: Harald Tittel/funkbild – Quelle: djd/Bitburger.

Interesse an Technik und Nahrungsmitteln

Denn der Brauer ist von A bis Z für die Qualität des Gerstensaftes verantwortlich: von der Rohstoffannahme bis zur Abfüllung des fertigen Bieres. „Dabei werden vom Brauer vermehrt Kenntnisse der Prozessautomation sowie der Steuerung und Wartung der Anlagen gefordert“, erläutert Ausbildungsleiter Lübken. Wer großes Interesse an Naturprodukten und Nahrungsmitteln mitbringe sowie über gute naturwissenschaftliche, technische und mathematische Kenntnisse verfüge, habe die passenden Startvoraussetzungen. Das Abitur hingegen sei nicht zwingend Voraussetzung für die dreijährige Ausbildung zum Brauer oder Mälzer.

Wer über die Hochschulreife verfügt, kann an die Berufsausbildung direkt ein Studium anschließen – ein Weg, für den sich immer mehr Berufsabsolventen entscheiden. Alternativ können ausgelernte Gesellen auch die Meisterschule besuchen oder sich gezielt weiterbilden. Denn Brauer sind mit ihrem umfassenden Wissen auch in anderen Bereichen gefragte Experten – in der Nahrungsmittel- und Getränkeproduktion ebenso wie beispielsweise im Pharmabereich. Für die meisten ist es allerdings Ehrensache, dem Bier – gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot – treu zu bleiben.

Text: djd/pt